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Geschichte des Saalekraftwerkes Jena - Burgau
1447 Die Burgauer Mühle wurde erstmalig als Herrschaftsmühle
urkundlich erwähnt. Sie wurde als Getreidemühle genutzt.
Mit dem Burgauer Gut gehörte die Mühle ein- und
derselben Herrschaft, den Wettinern.
Die Getreidemühle hatte eine wichtige Funktion als
Tausch- und Handelsplatz. Sie war damit ein wesentlicher
Bestandteil des im Mittelalter für Jena und einige
umliegende Orte prägenden Wirtschaftszweiges, der
Müllerei.
1538 Die Mühle wurde erstmals erweitert.
1538-1539 Das Wehr wurde erneuert.
In den nächsten 400 Jahren wechselten die Besitzer der Mühle häufig:

1680 Roselt
1750 Frantz
1761 Meltzer
1770 Kühn
1776 Schulze - als Erbpachtmüller
1785 A. Keßler, als erblicher Besitzer der Herrschaftsmühle
1817 K. Blasse
1842 W. Stahl erbaute das Mühlwerk neu.
1880 Friedrich August Frommelt aus Sachsen kaufte die Mühle.
Da sie unwirtschaftlich geworden war, baute er sie in eine
Holzstoffabrik um. Die Wasserräder wurden gegen neue
Turbinen ausgewechselt.
1884 Nach dem Tode von Fr. A. Frommelt ging die Mühle mit der
Holzstoffabrik in den Besitz der Frommelschen Erben über,
an die Familie Reclam.
1886 Die Familie Reclam produzierte mit der Turbinenanlage
(eine Girard - Turbine mit 60 PS und zwei
Francis - Turbinen mit je 75 PS) und den Generatoren
Strom. Die installierte Leistung betrug ca. 200 kW.
Mit diesem Strom wurden die Fabrik, der Gasthof in Burgau
und ab 1901 auch die Porzellanfabrik Selle in Burgau
versorgt. Später wurde auch noch die Burg von Prof.
Binder mit Strom beliefert.
1909 Die Firma Carl Zeiss kaufte die ehemalige Mühle und die
Holzstoffabrik, um ein Wasserkraftwerk zu errichten.
In der Zeit von 1880 - 1909 hatte sich die Belegschaft des
Zeiss - Werkes verdreißigfacht. Auf Grund dieser
Vergrößerung bestand ein enormer Energiebedarf.
Das bereits 1902 gebaute Dampfkraftwerk konnte diesen
nicht mehr decken.
1910 Die Firma Carl Zeiss plante neben der alten Mühle den
Neubau eines Kraftwerkes. Der Bau wurde der Nürnberger
Firma Dyckerhoff & Widmann übertragen. Aus Jena und
den umliegenden Orten waren mindestens elf weitere
Firmen am Bau beteiligt, darunter die Mitteldeutsche
Beton- und Eisenbeton - Bau GmbH und Schmiedemeister
Fickert aus Burgau.
Den Drehstromgenerator lieferte die AEG Berlin und die
Turbinenanlage die Amme, Giesecke & Konegen AG,
Braunschweig. (Drei Francis - Turbinen mit 210, 288 und
420 PS). Um einen ungehinderten Durchlauf des Wassers
zu erreichen, wurde einer der westlichen Brückenpfeiler
beseitigt. Gleichzeitig wurden zwei Brückenbögen zu einem
vereinigt. Das Wehr wurde ausgebaggert und verstärkt.
Der obere Teil des Mühlgrabens wurde durch Ausbaggern
verbreitert.
Die Mühle mit den alten Turbinen und den Gebäuden blieb
als Nebenanlage erhalten und wurde weiter bis 1938 zur
Stromerzeugung verwendet.
Für den Bau des Kraftwerkes wurden 400 000,- M gezahlt
(Kauf des Grundstückes, Baumaßnahmen und die
technischen Einrichtungen).
1912 Die Stromerzeugung durch das neue Kraftwerk begann.
Mit der alten Anlage zusammen wurden 1000 kW
(1248 PS) erzeugt. Jährlich wurden 3 Mill. kWh produziert.
Das am Kraftwerk neu gebaute Umspannwerk war
Knotenpunkt und Verteilerstation der erzeugten
Elektroenergie im oberen Saaletal. (Wisenta - Kraftwerk,
Kraftwerk Ziegenrück, Conrod - Kraftwerk).
1938 Umbau des Kraftwerkes auf drei Kaplan - Turbinen zu
einem der modernsten Kraftwerke der damaligen Zeit.
Die installierte Leistung betrug 1700 kW. Der ursprüngliche
Generator blieb erhalten und wird heute immer noch mit
der Turbine 1 betrieben. Die alte Mühle diente nur noch als
Wohnraum für die Maschinisten und als Lagerfläche.
1968 Einstellung des Betriebes als Umspannwerk.
Der erste Antrag von Verantwortlichen des Zeiss - Werkes
zur Stillegung des Kraftwerkes wurde abgelehnt.
1974 Ablehnung des zweiten Antrages auf Stillegung.
1980 Auch der dritte Antrag auf Stillegung wurde abgelehnt,
weil man die umweltfreundliche Energieerzeugung aus der
Wasserkraft erkannt hatte.
1984 Emeuerung des Burgauer Wehres.
1991 Die Firma Carl Zeiss Jena GmbH verkaufte das Kraftwerk
und die Mühle an den Müllermeister Karl Schmidt aus
Hessen, der eine Komplettsanierung durchführte.
Aktualisiert am 13.05.2003 um 22:22 Uhr
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